Montag, 12.04.2021 06:01 Uhr

Politiker und ihre Ausreden - Die Top 12

Verantwortlicher Autor: Hermann Donnik Köln, 06.01.2021, 14:27 Uhr
Presse-Ressort von: Specialpress Bericht 6209x gelesen
Politiker im Rampenlicht
Politiker im Rampenlicht  Bild: Hermann Donnik

Köln [ENA] Das sind die abenteuerlichsten Ausreden.... Immer wieder Interessant welche Ausreden Politiker Weltweit haben, Specialpress ENA stellt die Top 12 dieser besonderen Ausreden der Politiker vor. Scheinbares Motto vieler Politiker: Nicht das Erreichte zählt - sondern das Erzählte reicht...

Franz Josef Strauß: 1971 wurde der CSU-Politiker in New York ausgeraubt. Das kann ja passieren, aber um 2:45 Uhr nachts in einer einschlägig bekannten Straße und von einer Prostituierten? Auf die unvermeidliche Frage, was er um diese Zeit dort gemacht habe, meinte er, ihn habe die Lust auf die Straße getrieben - wohlgemerkt, die Lust auf ein Bier… Er war halt ein waschechter Bayer. Bill Clinton: 1998 kam heraus, dass der damalige US-Präsident drei Jahre zuvor mit der Praktikantin Monica Lewinsky im Weißen Haus eine außereheliche Affäre hatte. Daraufhin sagte er öffentlich: „Ich möchte, dass Sie mir zuhören. Ich werde es erneut sagen. Ich hatte kein sexuelles Verhältnis mit dieser Frau, Miss Lewinsky."

Da er das auch unter Eid behauptete, aber starke Indizien dagegen sprachen, kam es schließlich zu einer Anklage wegen Meineid und Strafvereitelung. Im Endergebnis musste er befürchten, seines Amtes enthoben zu werden. Diese Schande konnte er (der selbst gelernter Anwalt ist) verhindern mit folgender unglaublich spitzfindigen, nein dreisten Aussage: Von einer Praktikantin oral befriedigt worden zu sein, sei zwar unmoralisch, aber da kein Geschlechtsverkehr stattgefunden habe, sei es technisch gesehen kein Sex gewesen. Technisch gesehen, habe er also nicht gelogen. – Damit kam er doch glatt durch!

Silvio Berlusconi 2010 wird der damalige italienische Ministerpräsident angeklagt, auf so genannten Bunga-Bunga-Partys wiederholt Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben. Berlusconi bestritt dies. Auch mit den anderen geladenen hübschen Damen sei es zu keinen sexuellen Handlungen gekommen. Man habe sich nur über alles Mögliche unterhalten und gesungen. Dass er diese Schönheiten mit Schmuck und Wohnungen und seit Prozessbeginn auch mit 2.500 Euro monatlich versorgt habe, sei seinem großzügigen Herzen zu verdanken. – Berlusconi wurde dennoch freigesprochen…

Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg: 2011 wurde dem damaligen Verteidigungsminister und aufstrebenden Star der deutschen Politik vorgeworfen, seine Doktorarbeit enthalte 23 Plagiate, also Urheberrechtsverletzungen. Erst stritt er das ab, aber die Beweislage war erdrückend und die Universität Bayreuth aberkannte seinen Doktortitel. Der Freiherr ist jedoch der Meinung, dass es kein Vorsatz gewesen sei, sondern an seiner „chaotischen Arbeitsweise“ gelegen habe. Die Arbeit habe sich über 7 Jahre erstreckt und im Stress neben seiner Abgeordnetentätigkeit und als junger Familienvater entstanden, wobei er bei „80 Disketten“ den „Überblick verloren“ habe.

Dominique Strauss-Kahn Der ehemalige französische Wirtschafts- und Finanzminister und damalige Direktor des IWF (Internationaler Währungsfonds) wurde 2012 angeklagt, an bandenmäßiger Zuhälterei im Zuge von gesponserten Sex-Partys beteiligt gewesen zu sein. Die Teilnahme gab er zu, aber von Prostituierten und Zuhältern wisse er nichts. Seine einleuchtende Begründung: „Bei diesen Partys trugen die Gäste keine Kleidung, und ich bezweifle, dass Sie den Unterschied zwischen einer nackten Prostituierten und einer anderen nackten Frau sehen können.“ 2015 wurde Strauss-Kahn von einem französischen Gericht vom Vorwurf der Zuhälterei usw. freigesprochen.

Beatrix von Storch: 2016, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, wird die AfD-Politikerin auf Facebook gefragt, ob die Partei der Meinung sei, dass Frauen und Kinder an der deutschen Grenze mit Waffen aufgehalten werden sollten. Ihre Antwort: "Ja." Das verursachte heftige Reaktionen und Medienaufmerksamkeit, so dass sich Beatrix von Storch genötigt sah zu erklären, wie es zu der fatalen Antwort gekommen sei: Sie sei mit der Computermaus „ausgerutscht“. Aha, es sei ihr also nur so „mausgerutscht“, kommentierte jemand…

Alexander Gauland Ebenfalls 2016 sagte der AfD-Politiker in einem Interview, Jérôme Boateng sei zwar ein guter Fußballer, aber "die Leute" wollten "einen Boateng nicht als Nachbarn haben". Kurz danach entgegnete er auf die Kritik mit dem Satz: "Ich wusste gar nicht, dass der farbig ist." Walter Ulbricht (1893-1973, Staatsratsvorsitzender der DDR, am 15. Juni 1961): "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ (Keine zwei Monate später begann am 13. August 1961 der Bau der Berliner Mauer)

Donald Trump: Im Juli 2018 trafen sich der US-Präsident und der russische Präsident Wladimir Putin in Helsinki zu einem außerordentlichen Gipfeltreffen unter vier Augen. Auf der anschließenden Pressekonferenz sagte Trump, er sehe keinen Grund, warum Russland sich 2016 in die US-Wahl eingemischt haben sollte. Das führte in seiner Heimat zu einem immensen Aufschrei, weil er damit seinen eigenen Geheimdiensten in den Rücken gefallen sei, die von einer Einmischung ausgehen. Einen Tag später dann der Rückzieher von Donald Trump: Es sei ein Versprecher gewesen. Er habe das Wörtchen „nicht“ vergessen und sagen wollen, er sehe keinen Grund, warum Russland sich 2016 nicht in die US-Wahl eingemischt haben sollte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr damaliger Finanzminister Peer Steinbrück am 05.10 2008: "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein." (das stimmt weder juristisch noch ist es finanziell tragbar). Im gleichen Statement sagten sie: "Wir sagen außerdem, dass diejenigen, die unverantwortliche Geschäfte gemacht haben, zur Verantwortung gezogen werden. Dafür wird die Bundesregierung sorgen. Das sind wir auch den Steuerzahlern in Deutschland schuldig." (Tatsache ist: Kein deutscher Bankster wurde wegen riskanter Finanzgeschäfte zur Verantwortung gezogen - ganz im Gegenteil zu Island)

Noch einmal Angela Merkel in 2006: "Ich werde es immer für unsinnig halten, technisch sichere Kernkraftwerke abzuschalten. Sie werden sehen: Eines Tages werden auch die Sozialdemokraten das einsehen." (Am 11.03.2011 fand die Nuklearkatastrophe von Fukushima, Japan, statt, die schließlich dazu führte, dass die von Merkel geführte Bundesregierung beschloss, acht alte Kernkraftwerke sofort und die übrigen neun bis 2022 stillzulegen.) Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, sagte am 28.01.2020 an der Seite von Bundesgesundheitsministers Jens Spahn: "Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch diese neue Atemwegserkrankung aus China bleibt nach unserer Einschätzung weiterhin gering."

Peter Altmaier (*1958, Bundeswirtschaftsminister (CDU) im März 2020): „Wir haben so viele Reserven, dass wir versprechen können, dass wir alles tun, damit kein Arbeitsplatz und kein gesundes Unternehmen wegen Corona schließen muss und verlorengeht." Die EU zur Bankenunion: EDIS steht für European Deposit Insurance Scheme, auf Deutsch: Europäische Einlagensicherung. Sie ist zwar noch in Planung, aber man kann fest davon ausgehen, dass sie kommen wird. Was ESM auf staatlicher Ebene ist (EU-Staaten haften für andere EU-Staaten), wird EDIS auf Banken-Ebene sein: Die deutschen Sparer und Anleger haften für zahlungsunfähige andere europäische Banken. Die Lüge ist, dass man die EU-Bankenunion als Sicherheit für Ihre Bankkonten verkauft.

Aber das Gegenteil ist der Fall! Sie glauben, mit Ihrem Guthaben bei Ihrer Bank sind Sie ein Sparer bzw. Anleger? Falsch! Sie sind ein Gläubiger Ihrer Bank. Denn Ihre Kontoguthaben und Einlagen wie Tagesgelder, Festgelder, Sparbücher, Sparbriefe sind genau genommen Kredite an Ihr Geldinstitut. Die EU will aber, dass in Zukunft nicht mehr die Steuerzahler für eine Bank in Schieflage oder Insolvenz aufkommen sollen (sog. Bail-out), sondern die Kunden der Bank selbst (sog. Bail-in, bzw. nach Vollendung der Bankenunion alle EU-Bankkunden). Zu diesem Zweck hat die Europäische Union seit ca. 2013 alle rechtlichen Voraussetzungen geschaffen.

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