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Umwelthilfe gegen private Silvesterböllerei

Verantwortlicher Autor: Hermann Donnik Köln, 13.08.2019, 21:11 Uhr
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Kölner Lichter 2019
Kölner Lichter 2019  Bild: Hermann Donnik (C) 2019 VG BILD KUNST/PIXUM

Köln [ENA] Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich für ein Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk in 31 Städten ein - darunter auch Gelsenkirchen, Bielefeld, Köln und Düsseldorf. Das teilte die Organisation am Montag (29.07.2019) in Berlin mit.Böller und Raketen seien wie Dieselmotoren.

Beide sorgten für giftigen Feinstaub in der Luft, der der Gesundheit der Menschen schadet,Feuerwerk produziere zuviel Feinstaub. Laut Umwelthilfe verursacht allein das Feuerwerk von Privatleuten zum Jahreswechsel 16 Prozent des Feinstaubs, der in einem ganzen Jahr im Straßenverkehr entsteht. Die Organisation will Böller und Raketen von jedermann und an jedem Ort deswegen verbieten lassen - zum Beispiel durch geänderte Luftreinhalte-Pläne. Ein Vorschlag der Umwelthilfe: Feuerwerk könne auch von professionellen Veranstaltern angeboten werden, am besten außerhalb der Stadtzentren. In den Millionenmetropolen Berlin und München gibt es schon konkrete Pläne der Verwaltungen, in dicht bewohnten Gebieten laute Böller an Silvester zu verbieten.

Es gibt viele Gründe, warum Bürger immer wieder ein Verbot der Silvesterfeuerwerke fordern. Mal nennen Gegner die Lautstärke als Belastung für die Tierwelt, mal hinterlassen die Knaller zu viel Müll. Jetzt gibt es noch einen weiteren Grund, warum ein Bürger die Knallerei verbieten lassen will. Wie die Ergebnisse der Feinstaubmessstellen in Köln zeigen, sorgt das Silvesterfeuerwerk kurzzeitig für stark erhöhte Werte. So lag die Belastung etwa am neuralgischen Punkt Clevischer Ring am 31.12.2017 noch bei rund 11 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Einen Tag später, also nach dem großen Feuerwerk, war die Belastung auf 34 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft angestiegen.

Stadt kann Feuerwerk nicht verbieten.Die Politiker im Fachausschuss des Kölner Rates werden sich am 27. November mit dem beantragten Böller-Verbot in Köln beschäftigen. Eine generelle Einschränkung hätte vor Gericht voraussichtlich keinen Bestand, heißt es von der Stadt. Um ein Verbot durchzusetzen, bräuchte es eine andere gesetzliche Regelung. Und dafür ist der Bund zuständig. Rund 300.000 Zuschauer an den Ufern des Rheins und viele weitere an den Fernsehbildschirmen: Die 19. Auflage der Kölner Lichter 2019 hat bewiesen, dass die Faszination eines solchen Großfeuerwerks ungebrochen ist. Trotz der aktuellen Klima-Debatte.

Und doch: Kurz nachdem das letzte bunte Licht am Himmel erloschen war, entzündete Oberbürgermeisterin Henriette Reker in einem Interview mit „Radio Köln“ just diese Diskussion. Sie könne sich anstelle des Feuerwerks auch alternative Formen der Kölner Lichter vorstellen könne, „etwa eine Laser-Show“, sagte die Stadtchefin und griff damit eine Debatte auf, die der Verein Stadtmarketing Köln am vergangenen Freitag begonnen hatte.Was der Veranstalter der Kölner Lichter davon hält? Naturgemäß ziemlich wenig. „Die Kölner Lichter ohne Pyrotechnik wären wie ein Fußballspiel ohne Ball“.Beim Abbrennen des Hauptfeuerwerks seien 1,2 Kilo Feinstaub in die Luft geblasen worden.In Köln werden täglich mehrere hundert Kilo produziert.

Gleiches gelte für die CO2 -Belastung. „Bei unserem Feuerwerk wurden 40 Kilo freigesetzt, Köln produziert 6800 Tonnen.“ Schon beim Thema Müll habe man mit einer Müllsack-Aktion reagiert, so der Veranstalter. Das sei sehr gut angekommen. „Da wollen wir stetig besser werden. Und man hat gesehen, dass viele Besucher super reagiert und die Müllsäcke gefüllt neben die Tonnen gestellt haben.“

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